Stadtwerke Bielefeld und Kulturamt laden zur "Klangschicht II" ein
VON STEFAN BRAMS

Bielefeld. Die Stadtwerke Bielefeld sorgen für Strom, Wärme, Wasser. Und für Kultur, denn bereits zum zweiten Mal lädt der Energieversorger auf sein 100.000 Quadratmeter großes Betriebsgelände an der Schildescher Straße zur "Klangschicht" ein. Rund 300 Künstler verschiedener Sparten werden am 15. und 16. Mai das Gelände bespielen und ein künstlerisches Spektakel aufführen, das es in sich hat.

Im Zentrum steht die "Gaukler-Suite" des aus Bielefeld stammenden Komponisten Reinhold Westerheide, der auch die künstlerische Leitung der "Klangschicht II" übernommen hat. "Wir werden das Gelände in eine große Bühne verwandeln", verspricht Westerheide. An 33 Örtlichkeiten werden Musiker, Literaten, Artisten, Tänzer, Chöre und Orchester simultan Westerheiders Orchesterwerk interpretieren. Die Besucher, 2006 kamen zur ersten "Klangschicht" rund 7.000 Interessierte, sind eingeladen von Ort zu Ort den künstlerischen Darbietungen zu folgen, immer wieder Neues zu entdecken, sich ein ganz eigenes Programm zusammen zu stellen.

Der Bogen ist dabei wahrlich weit gespannt. Da treffen zum Beispiel an der Rauchgasreinigung die Chöre "Quintenkomplott" und der Männergesangsverein "Harmonia Brackwede" untermalt von der Band "Touch of Noise" aufeinander. Der Feuerwehrmusikzug der Bielefelder Feuerwehr ist ebenso dabei wie das Harfenensemble der Musik- und Kunstschule. In der Kfz-Werkstatt spielt das "Pan-groove-Steel-Orchestra". Jazz- und Renaissance-Musik sind zu hören, Autoren wirken ebenso mit wie der Träger des Bielefelder Literaturpreises Gerd Lisken, aber auch die Kinder des Zirkus Karibu und der Ballettschule des Theaters Bielefeld sind dabei.

Und im zweiten Teil bestreiten dann die Jungen Sinfoniker auf einer großen Bühne auf dem Mitarbeiterparkplatz das Finale. Dirigiert von Reinhold Westerheide wird das ostwestfälische Jugendorchester alle fünf Sätze der Gaukler-Suite spielen. "Nur ein paar Geigen fehlen uns noch", sagt Westerheide. Doch auch hier bringt der Komponist wieder Ungewöhnliches zusammen. Heinz Flottmann wird in der ihm eigenen Art in die Suite einführen und die Jungen Sinfoniker werden bei ihrem Auftritt unterstützt von der Rockband "Pow", den Musikern von "Owkodo", die asiatische Trommeln spielen, und einem Rapper. Westerheide: "Ich bin sehr gespannt auf das Zusammenwirken aller. Das wird ein großes Finale."Muntere Truppe! Foto: Andreas Zobe

Gespannt ist auch Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Brinkmann. "Als wir 2006 zu unserem 150. Geburtstag die erste Klangschicht aufgelegt haben, haben viele uns gebeten, diese zu wiederholen. Ich freue mich, dass wir diesen Wunsch nun erfüllen können." Und sein Vorstandskollege, Friedhelm Rieke, ist beeindruckt, "wie viele Künstler aus Bielefeld und der Region für das Projekt gewonnen werden konnten." Das zeige wie vielfältig und lebendig die hiesige Szene sei.

Kulturamtsleiterin Brigitte Brand, deren Amt zusammen mit den Stadtwerken die Klangschicht organisiert, betont: "Das ist wirklich 100 Prozent Kultur made in OWL." Sie sei stolz darauf, mit den Stadtwerken zusammenarbeiten zu können. Von der Klangschicht profitiere auch die freie Kulturszene.

Klangschicht II am Freitag, 15., und Samstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke, Schildescher Straße. Eintritt frei.

© 2009 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (SB), Dienstag 21. April 2009