Ehemaliger Vorsitzender Ulrich Junge geht nach Festakt endgültig

Bielefeld (mdm). Die Jungen Sinfoniker haben sich am Mittwoch von  ihrem langjährigen Vorsitzenden Ulrich Junge verabschiedet. An der Spitze des seit 1973 bestehenden Orchesters steht nun Christel Bresser.

Bei einem kleinen Festakt in der Geschäftsstelle der Jungen Sinfoniker fanden die Verantwortlichen noch einmal anerkennende Worte für einander. „Ihnen war es immer ein Anliegen, den Schatz gemeinsamen Musizierens auf hohem Niveau zu pflegen“, lobte Bresser das Engagement des scheidenden Vorstands. Und weiter: „Ulrich Junge war immer mittendrin im Getümmel. Er blieb ruhig und unaufgeregt nach anfangs Panik auslösenden Tuttiproben und blieb zuversichtlich bis zum ersten Konzert, wenn beim Einfall des Beifall alle Spannung abfiel“. In Zeiten der Kürzung kommunaler Finanzierung habe Junge viele private Sponsoren gefunden, die das Orchester unterstützen.

Mit Christel Bresser hat Junge eine Nachfolgerin gefunden, die seine Lücke auszufüllen vermag. Die verbindenden Eigenschaften des ehemaligen und der neuen Vorsitzenden liegen nicht nur in der Musik. „Es gibt einen gemeinsamen beruflichen Nenner: Medizin und Musik. Es ist wohl eher ein Zufall, obgleich sich derzeit ja auch die Musikmedizin etabliert“, sagte Bresser. Drei ihrer vier Kinder waren selbst aktiv im Orchester. Die Mutter scheint also gut auf ihr neues Amt vorbereitet zu sein – findet auch Junge.

Er habe sich nicht nur aus gesundheitlichen Gründen („Der Weg hoch in die Geschäftsstelle hat in den vergangenen Jahren mindestens eine Treppe mehr bekommen“) aus seinem Amt zurückgezogen. „In meinem Alter kann man einfach nicht mehr so nah an den jungen Musikschaffenden sein wie man es gerne wäre“, bedauerte er in seiner Abschiedsrede vor kleinem Publikum.

© 2012 Westfalen-Blatt Bielefeld, Samstag 07. Juli 2012