Die Anfänge der Jungen Sinfoniker reichen bis 1968 zurück: Als in jenem Jahr beim Wettbewerb Jugend musiziert die Prüfungen für Streicher ausgeschrieben wurden, hatte Bert Holm, der Organisator dieser Veranstaltungen, die Idee, alle Teilnehmer der Wertungsspiele zu einem gemeinsamen Schlussstück zu verpflichten. So entstand ein Streichorchester von 122 Jugendlichen, die ein Concerto grosso aus op. 6 von Georg Friedrich Händel spielten – mit unerwartetem Erfolg.

In den folgenden Jahren wurde in jedem Abschlusskonzert des Wettbewerbs ein Stück von allen Streichern gespielt, im März 1973 kam es dann zur Gründungsversammlung eines Regional-Jugendsinfonieorchesters Ostwestfalen-Lippe, damals noch mit dem Kürzel RJO-OWL. Im Herbst 1973 fand die erste Arbeitsphase unter der Leitung des Bielefelder Kapellmeisters Horst Henke in Vlotho statt, auf dem Programm standen die Ouvertüre zu „Rosamunde“ von Franz Schubert, die Tondichtung „Finlandia“ von Jean Sibelius und die C-Dur-Sinfonie von Friedrich Witt.

Seitdem finden jedes Jahr zwei Arbeitsphasen statt. Intention aller Dirigenten und Dozenten war und ist es, die musikalischen Begabungen der Region OWL zusammenzufassen und den Kontakt zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zu intensivieren. Die Mitwirkung eröffnet bis heute den Mitspielern völlig neue Perspektiven: Das Reagieren auf ein Dirigat ist für viele junge Menschen ebenso ungewohnt wie das kollektive Musizieren, das vermehrt zum Hin- und Zuhören zwingt. Dabei werden nicht nur Klassiker der Musikliteratur erarbeitet, sondern auch Werke, die das auf eingefahrenen Gleisen sich erschöpfende Musikleben zumeist ausspart: Kompositionsaufträge an junge Komponisten gehören deshalb ebenso zum Programm wie attraktive, gut komponierte Werke aus dem Bereich der so genannten U-Musik.

Diese für die musikalische Jugend so wichtige Einrichtung, später in Junge Sinfoniker umbenannt, hat sich im Laufe der Jahre zu einem festen kulturellen Bestandteil der Region entwickelt und Maßstäbe über die Grenzen des Landes hinaus gesetzt. Sie ist eine engagierte und musikalisch herausragende Orchestergemeinschaft, die Rang und Namen in der Musikwelt erworben hat und seit Jahren ein treues und stetig wachsendes Publikum erfreut. Getragen werden die Jungen Sinfoniker aber auch von ihren Förderern: Die Stadt Bielefeld, die Kreise im Regierungsbezirk Detmold, Industrie und Handel, Banken und Sparkassen, Stiftungen und zahlreiche Privatpersonen tragen Jahr für Jahr zum Erfolg bei.

Von den zahlreichen Dirigenten seit 1973 seien stellvertretend genannt: Horst Henke, Wolfgang Drees, Rainer Koch, Peter Kuhn, Steffen Leißner, Reinhold Westerheide, Bernd Wilden, Arne Willimczik